Südosteuropa-Studien

76. HELLER, Wilfried; SALLANZ, Josef (Hrsg.): Die Dobrudscha. Ein neuer Grenzraum der Europäischen Union: Sozioökonomische, ethnische, politisch-geographische und ökologische Probleme. München - Berlin, 2009. ISBN 978-3-86688-068-9. Br., 234 S. m. Tab., 19,80 Euro (Best.Nr. 5076)
Die Dobrudscha am Schwarzen Meer, ein seit der griechischen Antike bekannter Kulturraum mit einer Fläche von knapp 23.000 qkm, der heute zu mehr als zwei Dritteln zu Rumänien und zu knapp einem Drittel zu Bulgarien gehört, ist seit dem Beitritt dieser beiden Länder zur Euopäischen Union (EU) am 1. Januar 2007 ein neuer Grenzraum der EU geworden. Dort sind Politik und Verwaltung auf lokaler Ebene mit zahlreichen Problemen konfrontiert, die teilweise typisch für Transformationsstaaten sind, teilweise aber auch der spezifischen regionalen Situation geschuldet sind. Insbesondere vier Problembereiche sind zu nennen, die im Rahmen einer internationalen Tagung im September 2007 in Konstanza (Constanta) am Schwarzen Meer (Rumänien) erörtert wurden: die sozioökonomische, die ethnische, die politisch-geographische und die ökologische Situation. Die Beiträge dieser Tagung, von denen die meisten in den vorliegenden Band aufgenommen sind, vermitteln aus verschiedenen Blickwinkeln ein vielschichtiges Bild dieser Region, deren aktuelle Probleme oft auch auf widersprüchliche Auffassungen verschiedener Interessengruppen zurückzuführen sind.

75. BRUNNBAUER, Ulf; HÖPKEN, Wolfgang (Hrsg.): Transformationsprobleme Bulgariens im 19. und 20. Jahrhundert. Historische und ethnologische Perspektiven. München, 2007. ISBN 978-3-87690-998-1. Br., 262 S. m. Tab., 19,80 Euro (Best.Nr. 5075)
Am 1. Januar 2007 trat Bulgarien der Europäischen Union bei. Damit kam ein tiefgreifender Transformationsprozess, der mit der Wende 1989/90 seinen Ausgang genommen hatte, zu seinem vorläufigen Abschluss. Die Umgestaltung des Landes von einer sozialistischen Einparteiendiktatur in eine kapitalistische Demokratie stellt aber nur eine Etappe im permanenten Wandlungsprozess Bulgariens seit dem 19. Jahrhundert dar. Wie die Beiträge dieses Bandes, verfasst von Historiker/innen und Ethnolog/innen, zeigen, gehört grundlegender Wandel zu den wesentlichen Merkmalen der modernen bulgarischen Geschichte. Ein Blick in die Geschichte der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, die Wahrnehmungen und Reaktionen seitens der Bevölkerung sowie die Intentionen der Machthabenden hilft daher, auch die aktuellen und zukünftigen Reformdynamiken in Bulgarien zu verstehen.

74. HELLER, Wilfried; BECKER, Jörg; BELINA, Bernd; LINDNER, Waltraud (Hrsg.): Ethnizität in der Globalisierung. Zum Bedeutungswandel ethnischer Kategorien in Transformationsländern Südosteuropas. München, 2007. ISBN 978-3-87690-964-6. Br., 346 S., 19,80 Euro (Best.Nr. 5074)
"Globalisierung" ist in den letzten Jahren zu einem ubiquitären Begriff geworden. Kaum eine Debatte, kaum eine Thematik, die sich nicht in der einen oder anderen Form auf diesen Begriff bezieht. Auch die Aufsätze des vorliegenden Bandes verweisen auf diesen Begriff. Sie versuchen auszuloten, wie das, was allgemein unter Globalisierung verstanden wird, Lebenslagen von Minderheiten in Südosteuropa tangiert oder wie Globalisierung zum Bedeutungswandel von Ethnizität beiträgt. Die in dem vorliegenden Sammelband vertretenen Aufsätze beleuchten den Zusammenhang von Globalisierung und Ethnizität von der Plattform durchaus unterschiedlicher theoretischer Positionen. Für die einen steht die Veränderlichkeit und der prozesshafte Charakter sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen unterschiedlicher Gruppen im Vordergrund, während andere Positionen Ethnizität als ein mehr oder minder "natürliches" Prinzip gesellschaftlicher Organisation verstehen.

73. STEINKE, Klaus; VOSS, Christian (Hrsg.): The Pomaks in Greece and Bulgaria. A model case for borderland minorities in the Balkans. München, 2007. ISBN 978-3-87690-963-9. Br., 272 S. m. Tabellen u. Karten. Beiträge in Englisch und Deutsch, 19,80 Euro (Best.Nr. 5073)
Die vor allem im griechisch-bulgarischen Rhodopengebirge lebenden Pomaken befinden sich aufgrund ihrer muslimischen Religion und ihres südslawisch-bulgarischen Dialekts seit dem 19. Jahrhundert im politischen Konflikt zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Im griechischen West-Thrakien sind sie offiziell als "religiöse Minderheit" geschützt, seit sie vom obligatorischen Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei von 1923 ausgenommen wurden. Hier wird exemplarisch der Aspekt der Konflation von Islam und Türkentum auf dem Balkan behandelt, welche in Eigen- und Fremdzuschreibungen der Pomaken zu finden ist. Die zwölf Tagungsbeiträge dieses Bandes nähern sich der Frage kollektiver Identitätsbildung mit historiographischen, ethnologischen und linguistischen Methoden, wobei vier Artikel eine komparative Perspektive auf andere muslimische slawischsprachige Gruppen in Südosteuropa öffnen. Der Themenband führt zur selbstreflektierenden Frage, ob das quasi ökologische Motiv von Feldforschern, nämlich die konservierende "Rettung" von Kleinkulturen, nicht eine Reethnisierung lokaler und regionaler Gemeinschaften bewirkt.
