Südosteuropa-Jahrbuch

36. STERBLING, Anton (Hrsg.): Zivilgesellschaftliche Entwicklungen in Südosteuropa. 46. Internationale Hochschulwoche der Südosteuropa-Gesellschaft in Tutzing 8.-12.10.2007. München, 2009. ISBN 978-3-86688-048-1. Br., 330 S., 32,00 Euro (Best.Nr. 1919)
Mit der Einleitung demokratisch und marktwirtschaftlich orientierter Wandlungsprozesse und der damit einhergehenden Institutionalisierung bürgerlicher Rechte und Freiheiten in den Staaten Südosteuropas hat auch der politisch-philosophische Begriff der "Zivilgesellschaft" innerhalb wie außerhalb der Region an Popularität gewonnen. Ein durch Selbstorganisation gestalteter gesellschaftlich-privater Sektor wurde als Grundlage nachhaltiger politischer und sozioökonomischer Reformen, als Entlastungsfaktor staatlicher Institutionen und als Endstufe der demokratischen Konsolidierung gesehen. Auch angesichts politischer Repräsentationsdefizite, krisenhafter wirtschaftlicher Entwicklungen und der Einflüsse von Populismen und Extremismen ist anfängliche Euphorie hinsichtlich der Funktion von Zivilgesellschaft als "Entwicklungsmotor" mittlerweile einiger Ernüchterung gewichen. Die im vorliegenden Sammelband enthaltenen Beiträge diskutieren Leitideen und Grenzen dieses sozialwissenschaftlichen Konzepts und thematisieren anhand von Länderbeispielen wie auch aus vergleichender Perspektive die ambivalente Rolle von Zivilgesellschaft in Südosteuropa.

35. FÖRSTER, Horst (Hrsg.): Regionalisierung, Regionalismus und Regionalpolitik in Südosteuropa. 44. Internationale Hochschulwoche der Südosteuropa-Gesellschaft in Tutzing 10.-14.10.2005. München, 2008. ISBN 978-3-86688-053-5. Br., 264 S. m. Abb., 32,00 Euro (Best.Nr. 1918)
Regionalisierung, Regionalismus und Regionalpolitik sind vielschichtig miteinander verknüpft. Die aktuellen Raumentwicklungen in Südosteuropa werden durch eine fortschreitende Integration einerseits und durch Vorbereitungsprozesse zum möglichen Beitritt weiterer Länder zur Europäischen Union andererseits bestimmt. Regionalisierungen sind dabei sowohl Ergebnisse als auch Voraussetzungen jener Prozesse. Der Sammelband enthält, eingebunden in zwei theoretisch und empirisch politikwissenschaftliche Beiträge, im multidisziplinären Ansatz Länder- und Regionalanalysen zu Griechenland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien, zu den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie zu Grenzregionen. Somit wird versucht, ein differenziertes Bild der Raumstrukturen in Südosteuropa zu zeichnen und die Bedeutung der Regionalpolitik herauszustellen.

34. SCHUBERT, Gabriella; SUNDHAUSSEN, Holm (Hrsg.): Prowestliche und antiwestliche Diskurse in den Balkanländern/Südosteuropa. 43. Internationale Hochschulwoche der Südosteuropa-Gesellschaft in Tutzing 4.-8.10.2004. München, 2008. ISBN 978-3-86688-022-1. Br., 312 S. m. Abb., 32,00 Euro (Best.Nr. 9017)
Das kulturelle Selbstverständnis und das Wertesystem eines gemeinsamen Europas wurden bislang entweder gar nicht oder nur am Rande thematisiert. Die damit zusammenhängenden Fragen stellen sich jedoch zwangsläufig im Zusammenhang mit der Erweiterung der Europäischen Union, insbesondere mit ihrer Südost-Erweiterung. Das Selbstverständnis und die Identitätskonstrukte der Balkangesellschaften sowie ihre Einstellung zum "Westen" und zum übrigen Europa unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von den dominanten Strömungen in den westlichen EU-Mitgliedsländern. Neben prowestlichen Strömungen existieren hier dezidiert antiwestliche Diskurse, die zum Teil als Reaktion auf die negative Balkan-Rezeption in Westeuropa, zum Teil als Angst vor Überfremdung bzw. Verlust der kulturellen Eigenständigkeit gewertet werden können. Die in diesem Sammelband enthaltenen Beiträge vermitteln exemplarisch Einblicke in das Verhältnis der Balkangesellschaften zu "Europa", zu westeuropäischen "Modellen" und "Leitbildern".

33. BRUNNBAUER, Ulf; VOSS, Christian (Hrsg.): Inklusion und Exklusion auf dem Westbalkan. 45. Internationale Hochschulwoche der Südosteuropa-Gesellschaft in Tutzing 9.-13.10.2006. München, 2008. ISBN 978-3-86688-021-4. Br., 277 S. m. Graphiken. 32,00 Euro (Best.Nr. 9015)
Die Gesellschaften in Südosteuropa sind durch starke Exklusionsprozesse geprägt. Geschichts-, Sprach- und Literaturwissenschaft, Ethnologie, Soziologie sowie die Kulturwissenschaften können aufgrund ihrer spezifischen Fragestellungen und Methoden zentrale Einblicke in die Mechanismen von gesellschaftlicher Inklusion bzw. Exklusion geben; dabei kommen insbesondere die eng miteinander verflochtenen Fragen des Umgangs mit ethnischen Minderheiten, der Konstruktion von Identitäten, der kollektiven Geschichtsbilder, der politischen Kultur und der Gewalteskalation in Betracht. Wie die Beiträge dieses Jahrbuchs zeigen, kann angesichts der heterogenen ethnischen und konfessionellen Struktur der Region nur ein dezidiert staatsbürgerliches Nationsverständnis, gekoppelt mit einer starken Zivilgesellschaft und einem funktionierenden Staat zu dem Ausmaß an gesellschaftlicher Integration führen, das für die friedliche und demokratische Entwicklung des westlichen Balkans notwendig ist.
