Arbeiten und Texte zur Slavistik
Begründet 1973 von Wolfgang Kasack. Herausgegeben ab Band 72 (2005) von Frank Göbler und Rainer Goldt.

86. BALESTRINI, Nassim W.: Vladimir Nabokovs Erzählwerk. Eine Einführung. München - Berlin, 2009. ISBN 978-3-86688-095-5. Br., 304 S. m. Anmerkungsapparat, einer Bibliographie und zwei Fotos von Philippe Halsman, 36,00 Euro (Best.Nr. 2086)
In dieser Einführung in Vladimir Nabokovs narratives Werk werden seine im Original russischen und englischen Texte in textimmanentem Detail und vergleichend behandelt, so daß thematische Schwerpunkte und nicht reine Chronologie die Diskussion strukturieren. Zu diesen Themen gehören Nabokovs literarische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Exil, mit Definitionen von Künstlertum, mit Kindheit, Elternsein, Verlust und Tod, mit den Grenzen zwischen Wirklichkeit und Vorstellung sowie zwischen dem eigenen Selbst und der Individualität anderer. Gerade der Vergleich von Werken der russischen Schaffensphase mit denjenigen, die er in englischer Sprache verfaßte, gewährt bei einer thematisch begründeten Struktur vielschichtige Einsichten. In die Analyse und Interpretation wird auch die internationale Nabokov-Forschung einbezogen.

85. WITKACY: Wir brauchen gar kein Jenseits. Sechs Stücke. Zweisprachige Ausgabe polnisch und deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Ewa Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster. München - Berlin, 2009. ISBN 978-3-87690-977-6. Br., 569 S., 32,00 Euro (Best.Nr. 2085)
Stanisław Ignacy Witkiewicz, der sich selbst Witkacy nannte, wurde schon von seinen Zeitgenossen zurecht als "génie multiple" angesehen. Ungeachtet seiner vielfältigen sonstigen Tätigkeitsfelder ist er der Vertreter des Dramas und Theaters der polnischen Avantgarde schlechthin. Es ist das Anliegen der vorliegenden Ausgabe einen repräsentativen Teil seines dramatischen Werkes dem heutigen deutschen Leserpublikum zugänglich zu machen und zugleich eine Werkauswahl vorzulegen, die - etwa für Studierende und Wissenschaftler - auch die Originaltexte bereithält. Bei allem Bemühen um philologische Genauigkeit hatte bei der Übertragung die Umsetzung in eine bühnentaugliche Form Vorrang. Den Texten ist eine Einführung in die Eigenheiten von Witkacys Dramatik vorangestellt. Die hier versammelten Dramen aus den Jahren 1920 bis 1924, deren ältere deutsche Versionen seit langem vergriffen sind, erscheinen in diesen aktuellen Übersetzungen zum ersten Mal. Zweiter Band der zweisprachigen Werkausgabe Witkacys (vgl. Bd. 79).

84. ГУРВИЧ-ЛЕЩИНЕР, Софья: Личность художника в творческом мире Осипа Мандельштама и традиции русской классики. München - Berlin, 2009. ISBN 978-3-87690-976-9. Br., 212 S., Namenreg., 32,00 Euro (Best.Nr. 2084)
В книге динамика самоощущения личности поэта-мыслителя Осипа Мандельштама (1891-1938) прослеживается в ходе наступления "волка-волкодава", раскрываясь в необычайно-подвижной метафорике стиха, в жанровом своеобразии его экспрессионистской прозы, - соотносимых с гуманистическим наследием классики. Преодолевая отчаяние от "глухоты паучьей", охватившей страну, его поэзия с начала 30-х накапливает энергию вызова власти тоталитаризма, враждебной самой жизни. Личность преследуемого, замученного поэта обретает в его стихах мощь защитника человечности, становится воплощением мужества и доброты.
Das Buch zeichnet die Entwicklung der Selbstwahrnehmung im Dichten und Denken Osip Mandel'stams (1891-1938) nach, die sich mit dem Eintritt in das "Jahrhundert der Wölfe" vollzog. Sie erschließt sich aus der ungewöhnlich beweglichen Metaphorik seiner Versdichtungen sowie der gattungsmäßigen Besonderheit seiner expressionistischen Prosa - in Korrelation zum humanistischen Erbe der klassischen russischen Literatur. Indem seine Lyrik die Verzweiflung über die "Spinnentaubheit", welche das Land erfasst hatte, überwindet, sammelt sie von den 1930er Jahren an die Energie zur Herausforderung der Macht des lebensfeindlichen Totalitarismus. Die Persönlichkeit des verfolgten, gequälten Dichters erlangt in seiner Lyrik die Kraft des Verteidigers der Menschlichkeit, wird zu einer Verkörperung von Tapferkeit und Güte.

83. BIELFELDT, Sigrun: Selbst oder Natur. Schellings Anfang in Rußland. München, 2008. ISBN 978-3-87690-975-2. Br., 459 S., 39,80 Euro (Best.Nr. 2083)
Anfänge haben ihren eigenen Zauber. Der Beginn russischer Auseinandersetzung mit der Philosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings verdankt sich einem Unbekannten. Unter den Würzburger Schülern, die in den Jahren 1803 bis 1806 Schellings Vorlesungen zur Natur- und Identitätsphilosophie besuchen, findet sich unverhofft der russische Mediziner D.M. Vellanskij. Seine Vorgeschichte bleibt im Dunkel, seine Nachwirkung aber ist groß. Den schellingschen Grundgedanken einer Konformation von Mensch und der ihm zugeordneten gott- und seelendurchwirkten Welt nimmt Vellanskij mit nach Rußland. Der Rekonstruktion dieses singulären interkulturellen Verständniszusammenhangs ist der vorliegende Band gewidmet.

82. Ti nivol mi. Eine Anthologie polnischer Gegenwartsdramen. Sieben Stücke. Polnisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Ewa Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster. München, 2008. ISBN 978-3-87690-974-5. Br., 357 S., 34,00 Euro (Best.Nr. 2082)
Der vorliegende Band umfasst polnische Theaterstücke aus den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts von Jan Klata, Marek Kochan, Jacek Papis, Monika Powalisz, Maria Spiss und Szymon Wroblewski. Die Autoren gehören zu den besten Dramatikern der letzten Jahre. Prägend für die vorliegenden Stücke ist ihre Standpunktbezogenheit. Die Menschen in Polen haben die Jahre nach dem Ende der kommunistischen Diktatur unvorbereitet, radikal, ja traumatisierend erlebt. Vielfältige Formen von Orientierungslosigkeit, Fehlorientierung und Beschädigung kennzeichnen fast alle Rollenfiguren. Charakteristisch für diese Stücke ist ihre Deutungs- und somit auch Aufführungsoffenheit.

81. BODEN, Doris; SCHORLEMMER, Uta (Hrsg.): Kunst am Ende des Realsozialismus. Entwicklungen in den 1980er Jahren. München, 2008. ISBN 978-3-86688-010-8. Br., 346 S. m. zahlr. teils farb. Abb., 34,80 Euro (Best.Nr. 2081)
Im Rückblick erscheinen die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in den 1980er Jahren in Ostmitteleuropa vom Ende des Realsozialismus geprägt. Allerdings war der Realsozialismus keine geschlossene gesellschaftspolitische Einheit und Künstler und Intellektuelle hatten unterschiedliche Möglichkeiten, auf die jeweiligen Formen staatlicher Eingriffe zu reagieren: Die Bedingungen politischer Repression führten zur Entstehung eigenwilliger Ausdrucksformen, die von westlichen Entwicklungen weniger weit entfernt waren, als man vermuten könnte; doch zugleich wurde unangepasste Kunst missverstanden oder für staatliche Zwecke instrumentalisiert. Der vorliegende Band bringt Beiträge zusammen, die solche ambivalenten Phänomene im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Zensur sowohl im nationalen als auch im europäischen Kontext untersuchen, um die gesellschaftspolitischen und kulturellen Zusammenhänge aufzuzeigen und eine differenzierte Sicht auf den Realsozialismus der 1980er Jahre zu ermöglichen.

80. LÜTVOGT, Dörte: Zeit und Zeitlichkeit in der Dichtung Wisława Szymborskas. München, 2007. ISBN 978-3-87690-914-1. Br., 388 S. m. Bibliogr. u. Index, 39,80 Euro (Best.Nr. 2080)
Im lyrischen Werk der polnischen Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska bildet die Auseinandersetzung mit der Zeit ein Zentrum der poetischen Reflexion, das in diesem Buch erstmals systematisch erschlossen wird. Das Augenmerk liegt dabei auf jenen virtuosen Prozedieren zwischen den Diskursarten, das der umfassenden Bildung der Dichterin verdankt ist und ihre Sonderstellung in der polnischen Lyrik begründet. Die Analyse konzentriert sich auf mehrere zentrale Fragenkomplexe, die in Szymborskas Oeuvre immer wieder aufgegriffen werden: Es geht um das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit, Zufall und Notwendigkeit, Zeit und Veränderung, um die verschiedenen möglichen Topologien des zeitlichen Geschehens, um die Frage nach der Entstehung und Beschaffenheit des menschlichen Zeitbewusstseins und um die Problematik der Dreiteilung der Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

79. WITKACY: Man hat uns das Jenseits genommen... Fünf Stücke. Polnisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Ewa Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster. München, 2006. ISBN 978-3-87690-913-4. Paperback, 527 S., 22,80 Euro (Best.Nr. 2079)
Stanisław Ignacy Witkiewicz, der sich selbst Witkacy nannte, wurde schon von seinen Zeitgenossen zurecht als "génie multiple" angesehen. Ungeachtet seiner vielfältigen sonstigen Tätigkeitsfelder ist er der Vertreter des Dramas und Theaters der polnischen Avantgarde schlechthin. Es ist das Anliegen der vorliegenden Ausgabe, einen repräsentativen Teil seines dramatischen Werkes dem heutigen deutschen Leserpublikum zugänglich zu machen und zugleich eine Werkauswahl vorzulegen, die - etwa für Studierende und Wissenschaftler - auch die Originaltexte bereithält. Bei allen Bemühungen um philologische Genauigkeit hatte bei der Übertragung die Umsetzung in eine bühnentaugliche Form Vorrang. Den Texten ist eine Einführung in die Eigenheiten von Witkacys Dramatik vorangestellt. Die hier versammelten Dramen aus den Jahren 1920-1924, deren ältere deutsche Versionen seit langem vergriffen sind, erscheinen in diesen aktuellen Übersetzungen zum ersten Mal.

78. LOVELL, Stephen; MENZEL, Birgit (eds.): Reading for Entertainment in Contemporary Russia. Post-Soviet Popular Literature in Historical Perspective. München, 2005. ISBN 978-3-87690-912-7. Paperback, 202 pp., 32,00 Euro (Best.Nr. 2078)
This volume brings together scholars from Britain, Germany and Russia to investigate the unprecedented boom in commercial popular literature that has occurred in post-Soviet Russia. From the early 1990s onwards, Russian readers began to rediscover genres of mass fiction that in Soviet times had been either taboo or under a dark cloud. Book publishing became a true 'business', and all genres of literature were fair game for the emerging literary entrepreneurs. Western thrillers and romantic novels were widely translated, but 'native' authors were soon trying their hand at these new forms - some of them with great commercial success. Russia was assimilating foreign cultural models with extraordinary rapidity, but at the same time giving them a new and distinctive flavour. "Reading for Entertainment in Contemporary Russia" is the first full attempt to describe and analyse this remarkable three-way encounter between Russian and Soviet cultural traditions, Western genre patterns, and post-Soviet social and economic realities. It offers rich material for scholars and students in literary and cultural studies as well as for all readers with an interest in contemporary Russian culture and society.

77. GÖBLER, Frank (Hrsg.): Polnische Literatur im europäischen Kontext. Festschrift für Brigitte Schultze zum 65. Geburtstag. München, 2005. ISBN 978-3-87690-910-3. Br., 289 S., 36,00 Euro (Best.Nr. 2077)
Dieser Band verfolgt ein doppeltes Ziel: Erstens will er Person und wissenschaftliche Oeuvre von Prof. Dr. Brigitte Schultze ehren, die seit 1987 an der Universität Mainz die westslavischen Literaturen vertritt und das Mainzer Polonicum leitet. Zweitens will er einen Beitrag zu einem spezifischen Teilgebiet slavistischer Forschung liefern - daher die Beschränkung auf polonistische Themen; daher der Fokus auf kontextuelle Aspekte. Das Generalthema "Polnische Literatur im europäischen Kontext" differenziert sich in Untersuchungen zu epochengeschichtlichen Fragestellungen, Rezeptionsproblemen, kulturellen Schlüsselkonzepten, Intertextualität und Übersetzungstheorie. Es kommen dabei Wissenschaftler zu Wort, mit denen Brigitte Schultze enger zusammengearbeitet hat: Kollegen und Mitarbeiter an der Universität Mainz, polnische Kollegen, mit denen sie übersetzungstheoretische, theater- und kulturwissenschaftliche und editorische Projekte durchgeführt hat sowie Kollegen aus der deutschsprachigen Polonistik, mit denen sie gute Kontakte pflegt.

76. GÖBLER, Frank (Hrsg.): Russische Emigration im 20. Jahrhundert. Literatur-Sprache-Kultur. Unter Mitarbeit von Ulrike Lange. München, 2005. ISBN 978-3-87690-909-7. Br., 412 S. m. zahlr. farb. Abb., 39,80 Euro (Best.Nr. 2076)
Die russische Emigration ist erst relativ spät in das Zentrum des kulturwissenschaftlichen Interesses getreten. In Russland zumal hat eine objektive Auseinandersetzung mit diesem Komplex erst infolge der Perestrojka einsetzen können. Ungeachtet der intensiven Forschungs- und Editionstätigkeit seit Ende der 1980er Jahre und der inzwischen zur Normalität gewordenen Kooperation mit ausländischen Wissenschaftlern ist der Nachholbedarf auf diesem Feld immer noch groß. Diese Beobachtung gab den Anstoß, wichtige Vertreter des Forschungsgebiets aus Deutschland, Russland, der Ukraine, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu einem Austausch über ihre Fragestellung, Methoden und Erkenntnisse zusammenzubringen: A. Bourmeyster, R. Goldt, A. Lysenko, M. Böhmig, G. Nivat, R. Mnich, F. Göbler, N. Bogomolov, W.S. Kissel, N. Balestrini, K. Lappo-Danilewskij, S. Dmitrenko, U. Lange, Ch. Kraus, J. Glad, Z. Zinik, B. Chazanow, U. Patzke, V. Zhdanova. Der hier vorliegende Band vereinigt in deutscher, russischer und englischer Sprache die Beiträge dieser Tagung.

75. SPECHT, Benjamin: Die Lyrik Bella Achmadulinas. München, 2005. ISBN 978-3-87690-911-0. Br., 224 S., 29,80 Euro (Best.Nr. 2075)
Bella Achmadulina (geb. 1937) begann ihre literarische Tätigkeit während der Tauwetter-Periode. Sie entwickelte früh einen poetischen Stil, der sich an klassischen Vorbildern aus dem 19. und 20. Jahrhundert orientierte, zugleich aber ein hohes Maß an Individualität und Wiedererkennbarkeit erreichte. Auch die Wirkung ihres Bühnenvortrags trug zu einem schnell wachsenden Bekanntheitsgrad bei, sodass sie zu einer der anerkanntesten und populärsten Lyrikerinnen in der Sowjetunion avancieren konnte. In der vorliegenden Arbeit werden einerseits ausgewählte Gedichte Bella Achmadulinas einer textnahen Analyse unterzogen, andererseits wird der Versuch unternommen, die Relevanz ihrer scheinbar zeit- und weltfernen intimen Lyrik für die kulturelle Entwicklung in der Sowjetunion und Russland darzustellen.

74. LORENZ, Irmgard: Jagdwörterbuch Russisch-Deutsch. München, 2005. ISBN 978-3-87690-908-0. Br., 181 S., 22,80 Euro (Best.Nr. 2074)
Das Wörterbuch erläutert in ca. 5.500 Stich- und Verweiswörtern Begriffe aus dem russischen Jagdwesen auf den Gebieten der Wildbiologie, Jagdtechnik einschließlich Fallenstellerei und Beizjagd, Kynologie, Waffenkunde sowie jagdliche Einrichtungen und Ausrüstung des Jägers; Benennung von jagdlich relevanten Geländeformationen, Witterungserscheinungen und Bezeichnungen aus dem Deckung und Nahrung gebenden Pflanzenreich wurden mit aufgenommen. Es ist für den deutschsprachigen Benutzer eingerichtet. Russische Wörter sind mit Betonungsangaben versehen, der Übersetzung bzw. Bedeutungserklärung ist nach Möglichkeit die Entsprechung in der deutschen Jägersprache beigefügt. Das Wörterbuch soll dem Fachmann wie dem jagdlichen Laien den Zugang zur russischen Jagdliteratur in Belletristik und Fachpublikationen erleichtern und ist darüber hinaus aufgrund des immanenten Vergleichs des deutschen und russischen Jagdwesens auch für den Jagd- und Kulturhistoriker von Interesse.

73. KASACK, Wolfgang: Der Tod in der russischen Literatur. Aufsätze und Materialien aus dem Nachlaß. Herausgegeben von Frank Göbler. München, 2005. ISBN 978-3-87690-907-3. Br., 359 S., 39,80 Euro. (Best.Nr. 2073)
Der vorliegende Band realisiert den viele Jahre gehegten Plan Wolfgang Kasacks (1927-2003), ein Buch über die Darstellung des Todes in der russischen Literatur zu veröffentlichen. Besonders in seinen letzten Lebensjahren hat er zahlreiche Einzelstudien in Form von Aufsätzen publiziert sowie für sein Buchprojekt Materialien zusammengetragen, die sich als Textdateien in seinem Nachlaß fanden. Da Kasack die abschließende Bearbeitung und Komposition zu einer thematisch gegliederten Darstellung nicht mehr vornehmen konnte, werden die Texte hier nach Autoren geordnet präsentiert, die Aufsätze in chronologischer, die unveröffentlichen Materialien in alphabetischer Folge. Das Buch insgesamt vermittelt nicht nur Einblicke in Kasacks religiös geprägte Interpretationen und Bewertungen, sondern liefert auch eine reiche Materialquelle für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte.

72. FUCHS, Birgit: Natal'ja Baranskaja als Zeitzeugin des Sowjetregimes. München, 2005. ISBN 978-3-87690-900-4. Br., 250 S., mit Literaturverzeichnis., 32,00 Euro. (Best.Nr. 2072)
Natal'ja Baranskaja (1908-2004) wurde erst im Alter von 60 Jahren einem breiten Publikum bekannt. Mit ihrer Erzählung "Woche um Woche" erlangte sie sofort Weltruhm. Die Heldinnen ihrer Werke sind berufstätige Frauen und Mütter, die entgegen allen Widrigkeiten des Lebens ihren Weg gehen und sich erfolgreich bemühen, nicht zu resignieren. Baranskajas Bedeutung für die russische Literatur liegt darin, dass sie hinter der vordergründigen Problematik - dies sind insbesondere die sozialen Verhältnisse der UdSSR in den 1960er und 1970er Jahren - stets den Menschen sieht, das Allgemeingültige, das für sie unabhängig von politischer Epoche und Gesellschaft das Wesentliche ausmacht. Die vorliegende Gesamtdarstellung des Werkes von Natal'ja Baranskaja untersucht nach einer biographischen und rezeptionsgeschichtlichen Einführung die zentralen Themenkomplexe ihres Schaffens.
